| LUPE MUSIKTHEATER: KLEINER KAISER FERDINAND |
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WEITERE PRODUKTIONEN
KLEINER
KAISER FERDINAND
Eine abenteuerliche Begegnung zweier
Mädchen im Krieg.
Während des 30-jährigen Krieges treffen zwei gegensätzliche Figuren aufeinander: Ein junger Soldat und die kleine Gauklerin Hannah. Beide schlagen sich auf ihre Weise durch. Beide leben vom Krieg. Eine hat ein Geheimnis.
Denn der "Soldatenjunge" entpuppt sich als verkleidetes Mädchen. Als Hannah die wahre Identität von "Jakob" entlarvt, eskaliert die Situation zwischen den beiden und Hannah beginnt, um ihr Leben zu spielen. Sie erzählt Geschichten, singt Lieder von einer besseren Zeit und erfindet den Kinderkaiser Ferdinand, der die Macht besitzt, den Frieden zu bringen. Nur wenn es ihr gelingt, "Jakob" für diese Vision zu gewinnen und die Kindheit wieder zum Leben zu erwecken, hat sie eine Chance, zu entkommen.
Trotz des ernsten Charakters des Stückes, in dem die Geschichte von zwei Mädchen erzählt wird, die nie etwas anderes erlebt haben als den Krieg, gibt es auch lustige Momente, in denen die beiden spielen und albern und alles um sich herum vergessen. Auf charmante und sympathische Weise gehen die beiden mit ihrem Schicksal um. Hannah, die Gauklerin, etwas mutiger und temperamentvoller als der ängstliche "Jakob". Obwohl die Geschichte in einer fernen Vergangenheit angesiedelt ist, spiegelt sie die Erfahrung von Kindern in jedem Land wider, in dem Krieg herrscht.
Mit Christine Schoch und Katrin Orth
Regie: Peter Henze
Musik: Ralf Siebenand
Bühnenbild und Kostüme: Daniela Fries
Bühnenbildbau: Franz Siebenand
In Zusammenarbeit mit "terre des hommes".
DAS MEINT DIE PRESSE:
| Das
Musiktheater Lupe
spielte den "Kleinen Kaiser Ferdinand" 120 Kinder erleben mit Hannah und Jakob das Leid des Krieges Von MARC HAGEDORN Saerbeck - Wenn gemeinhin vom 30jährigen Krieg erzählt wird, dann geht es meistens um Könige, Gesandte und große Schlachten. Einen gänzlich anderen Blick áuf die Zeit zwischen 1618 und 1648 eröffnet das Musiktheater Lupe aus Osnabrück. Die Schauspielerinnen Christine Schoch und Katrin Orth erzählten gestern die abenteuerliche Begegnung zweier Mädchen im Krieg - und 120 Kinder aus den fünften Klassen der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule waren in der Bürgerscheune hautnah dabei. Gauklerin Utopie Zutrauen Saerbecker Zeitung, 03.11.98 |
Zwei Kinder, Krieger und
ein kleiner Kaiser
Musik-Theater "Lupe" über Träume im 30jährigen Krieg
Georgsmarienhütte (Her) Gebannt und gerührt reagierten die Kinder und Eltern auf das Stück "Kleiner Kaiser Ferdinand", das das Musik-Theater "Lupe" im Rahmen der Ferienpaßaktionen in der Alten Wanne in Georgsmarienhütte aufführte."Es war einmal ein Krieg, der dauerte 30 Jahr"': Von Trommelwirbeln begleitet traten die Schauspielerinnen Tine Schoch und Katrin Orth vor das junge Publikum. Sie erzählten die Geschichte der beiden Mädchen Jakob und Hanna, die sich in dem von Unsicherheit, Krankheit, Tod und sinnloser Gewält geprägten Klima des 30jährigen Krieges langsam näherkommen.
Zunächst findet die verwahrloste und angsterfüllte Jakob, die als Junge verkleidet ein Zeitlang mit den mordenden und plündernden Soldaten herumgezogen war, Zuflucht bei der Gauklerin Hanna. In ihrem bescheidenen Lager mit Handkarren, Feuerstelle, Laute und Trommel setzten sie sich in ihrer Phantasie zu einem Festmahl zusammen, schwelgen in "Taubenbrüstchen und Kräuterparfait" sowie "edlem Burgunder". Sie träumen sich weg aus einem "Krieg jeder gegen jeden'', in dem "keiner mehr weiß, wofür, wogegen, warum" und erhoffen sich einen friedenstiftenden "Kleinen Kaiser Ferdinand".
Doch in der Realität tritt auch zwischen diese beiden immer wieder tiefes Mißtrauen, hilflose Aggressivität und der brutale Gedanke an den eigenen Vorteil: "Ich kann sie ganz einfach umbringen und alles gehört mir", sinnierte die durch ihre Kriegserlebnisse geprägt Jakob beim Blick auf die schlafende Hanna. Aber das Gute in ihr setzt sich durch, aus Jakob wird wieder Lisbeth und gemeinsam zieht man mit dem Handkarren in die verwüsteten Landschaften.
Tine Schoch und Katrin Orth gelang es mit dem von ihnen selbst verfaßten und zusammen mit dem Regisseur Peter Henze zur Bühnenreife gebrachten Theaterstück, den Kindern die bedrückende und spannungsgeladene Atmosphäre des 30jährigen Krieges zu vermitteln.
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HINWEISE FÜR LERHERiNNEN:
Als Vorbereitung für diese Inszenierung ist es gut, den Kindern einen geschichtlichen Überblick zu verschaffen. D.h. die Kinder sollten wissen, daß der Krieg von 1618 - 1648 stattfand und er ursprünglich als (angeblicher) Glaubenskrieg entstand. Es ging aber tatsächlich um die Macht von Königen und Fürsten. Damals regierte Kaiser Ferdinand II. und danach Kaiser Ferdinand III., die beide den Katholizismus vertraten. Der innerdeutsche Konflikt zwischen den kaiserlichen (katholischen) Truppen unter Tilly und Wallenstein und den fürstlichen (reformierten) Truppen weitete sich aus. Die Schweden (zuerst unter König Gustav Adolf), die Franzosen und die Spanier kamen dazu. Vor allem die Bevölkerung bestimmter Landstriche (z.B. in Böhmen und der Pfalz) litt unter den Plünderungen und Besetzungen der vorbeiziehenden Truppen. Das Osnabrücker Land kam verhältnismäßig glimpflich davon. Allerdings gab es im Winter 1828/24 eine Hungersnot in Osnabrück. 1633 wurde Osnabrück von den Schweden besetzt. In Osnabrück und Münster fanden die Friedensverhandlungen statt, bis 1648 tatsächlich der Westfälische Friede abgeschlossen wurde.
Unser Stück könnte überall in Deutschland gegen Ende des 30-jährigen Krieges spielen. Beide Kinder kennen nichts anderes als den Krieg. Hannah ist Gauklerin (d.h. sie gehört zum Fahrenden Volk; zu Spielleuten, die durchs Land ziehen und ihr Geld damit verdienen, Musik zu machen, Theater zu spielen und die Leute zu unterhalten). Ihre Mutter ist an der Pest gestorben. Hannah mußte sich wegen der Ansteckungsgefahr von ihrer Gauklertruppe entfernen und zieht seitdem alleine durchs Land. Eine gefährliche Situation für ein Mädchen von ca. 12 Jahren! Das andere Mädchen ist immer in einem Soldatentroß mitgezogen. Ihre Mutter ist die Frau eines Soldaten. Die Truppe der Soldaten zog voran und hinterher kam der Troß. Der Troß war für die Versorgung der Soldaten und sich selbst zuständig. Meistens wurden die Dörfer zuerst von den Soldaten und später noch einmal von dem Troß geplündert. Der Troß war von der Bevölkerung besonders gefürchtet, da er meistens (die Soldaten hatten bereits das Meiste mitgenommen) brutal und gnadenlos vorging, um das Letzte aus der Bevölkerung herauszuprügeln. Dieses Mädchen wurde von den Eltern als Soldatenjunge verkleidet und Jakob genannt, um sie vor Übergriffen zu schützen. Auch für "Jakob" gehörten Prügeln und Morden zu den normalen "Tätigkeiten".
Als Hannah und der "Soldatenjunge" zusammentreffen, erleben die beiden nach langer Zeit wieder Menschlichkeit und Nähe. Hannah entdeckt die wahre Identität von dem "Soldatenjungen" und entlarvt Jakob als das Mädchen Lisbeth. Daraufhin eskaliert die Situation zwischen den beiden. Als Lisbeth Hannah gefesselt zurücklassen will, erfindet Hannah in ihrer Not eine Vision: den kleinen Kaiser Ferdinand, "der all das nie zulassen würde". Nur, wenn sie es schafft, Lisbeth für diese Idee zu gewinnen, hat sie eine Chance zu überleben. Die Geschichte muß den SchülerInnen vorher nicht unbedingt ganz erzählt werden, um ihnen nicht die Spannung zu nehmen. Die Begriffe "Troß" und "Gaukler" könnte man ihnen zum Beispiel erklären. Wir haben uns bewußt entschieden, dieses Stück nicht als Mitmachmusical zu inszenieren, weil die Geschichte sonst ihre Tiefe und Ernsthaftigkeit verlieren würde. Sie hat eine besondere Dichte, so daß die Kinder in die Geschichte eintauchen können und einen unmittelbaren Eindruck des Schicksals zweier Mädchen im Krieg bekommen. Besonders für die kleineren Kinder ist es wichtig, anschließend über ihre Eindrücke zu sprechen, weil es sehr berührende und auch harte Momente (einen kurzen Kampf zwischen den beiden) gibt. Aber keine Angst: Wir sind uns über das Alter der Kinder im Klaren und haben nicht vor sie zu schockieren! Trotz des ernsten Charakters gibt es auch viele lustige Momente, in denen die beiden Kinder spielerisch und albern sind und alles andere um sich herum vergessen. Auf charmante, sympathische Art und Weise gehen die Mädchen mit ihrer harten Situation um. Hannah, die Gauklerin etwas mutiger und temperamentvoller, "Jakob" ist natürlich vorsichtiger.
Gerade Kinder- und Jugendtheater darf die ZuschauerInnen nicht traurig und frustriert zurücklassen, sondern soll Mut machen und Inspirationen zu aktivem Handeln geben. Aus diesem Grund arbeiten wir mit 'terre des hommes' zusammen. Terre des hommes stellt verschiedene Materialien zur Verfügung, anhand derer die SchülerInnen über die aktuelle Situation von Kindern in Kriegsgebieten informiert werden können. Diese Materialien können Sie bei Michael Bünte, Te1.: 0541 7101181, direkt bei 'terre des hommes' bestellen: terre@t-online.de
Noch etwas zu den technischen Bedingungen: Viele Aulen und Turnhallen bieten nicht die optimalen Bedingungen für Theatervorführungen. Deshalb wäre es nett, wenn Sie sich wirklich um einen dunklen Hintergrund bemühen (schwarze Agrarfolie tut es auch!), da wir mit unserer Ausleuchtung sonst nichts bewirken können. Ansonsten ist unser Bühnenbild auf die erschwerten Bedingungen abgestimmt, um auch in der atmosphärelosesten Halle Theaterstimmung zu erzeugen. Für das Licht benötigen wir Stromanschlüsse in der Nähe der Bühne, die mindestens mit 12 Ampere abgesichert sind!