| Marika Röther (IRRLICHTTHEATER): Fortbildungsseminare zum Thema "Grenzen/sexueller Missbrauch" |
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Ungewöhnliche Themen fordern ungewöhnliche Maßnahmen:
Fortbildungsseminare zum Thema
"Grenzen / sexueller Missbrauch"
Der Freund meines Vaters grapscht mir immer auf den Po, manchmal auch vorne rum. Darf er das?"
"Gibt es auch Jungen, die missbraucht werden?"
Solche und ähnliche Fragen werden mir häufig in den Nachgesprächen zum Theaterstück "Rasenspiele", einem Stück zum Thema sexueller Mißbrauch, von Jugendlichen gestellt. Frage ich nach der Vorbereitung zum Thema, erfolgt ein Kopfschütteln,
Wie kann ich solch ein komplexes Thema im Lehrplan und in den 45-Minuten-Takt integrieren?"
Was mache ich, wenn eine Betroffene oder ein Betroffener auf mich zukommt und sich offenbart?"
Wie kann ich überhaupt präventiv in der Schule arbeiten?"
Sowohl auf Seite der Schüler/innen als auch auf Seite der Pädagogen/innen herrscht Hilflosigkeit und Unsicherheit. Thematisiert man sexuelle Gewalt, so stößt man auf große Berührungsängste und Abwehr.
Diese Seminare wollen durch sachliche Informationen und vielerlei methodische Anregungen durch Spiel und Materialien helfen, eigene Berührungsängste abzubauen und Mut machen zu Präventionsarbeit in der Schule, Unterschiedlichste Methoden und Zugänge werden vorgestellt und ausprobiert, mit dem Ziel, einen Lernzirkel zum Thema Grenzen / Prävention zu erarbeiten.
2 - TAGES - SEMINAR::
Sexuelle
Gewalt gegen Kinder und Jugendliche
Beispiel für ein zweitägiges Seminarprogramm
Referentin: Marika RötherDer sexuelle Missbrauch von Kindern ist in den letzten Jahren immer mehr ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt, Die Enttabuisierung des Themas hat es aber Pädagoginnen und Pädagogen nicht leichter gemacht, im eigenen nahen Umfeld Gefährdungen und Missbrauch wahrzunehmen und adäquat zu reagieren. Zum einen besteht die Möglichkeit, sich im KollegInnenkreis dem Verdacht der Überinterpretation auszusetzen, zum andern bleiben Berührungsängste und Gefühle von Hilflosigkeit und Ohnmacht bestehen.
Die Tagung gibt Gelegenheit, sich über Missbrauch und Möglichkeiten der Hilfe zu informieren, Problemsituationen im eigenen Umfeld zu reflektieren. Auch wenn mann/frau nur" Prävention machen will, ermutigt mann/frau Betroffene, sich zu offenbaren.
Weiterhin wollen wir gemeinsam darüber nachdenken, wie Prävention aussehen muss und umgesetzt werden kann, damit sie Kinder schützt, ohne ihnen wiederum Verantwortung für sexuellen Missbrauch anzulasten.
1. Seminartag
09.00 Wir lernen uns kennen 10.00 Viele Fragen hängen in der Luft 10.30 Pause 11.00
- - ganz alltägliche Situationen?" Was ist überhaupt sexueller Missbrauch?
- - wie kann es nur soweit kommen?" Missbrauch - ein Prozess
- - Prävention kann Eskalation verhindern!
- - Betroffene sind nicht nur Opfer, sondern entwickeln Überlebensstrategien
- - Signale und Symptome bei betroffenen Kindern und HelferInnen
13.00 Mittagspause 14.30
- - ...und schlimmstenfalls?
- - Inzest - Familiendynamik, Täterstruktur, Rolle der Mütter...
- - Welche Chance der Hilfe gibt es bei betroffenen Kinder, welche für Jugendliche? ...und deren Familien?
16.15 Pause 16.45
- "Hilfe, ich habe einen Verdacht! - Was kann ich tun? Was muss ich tun?
- Was darf ich keinesfalls tun? Was brauche ich, um helfen zu können?
Am Nachmittag ist Gelegenheit gegeben, Grundinformationen an Hand von Fallbeispielen und Fragen der TeilnehmerInnen zu erarbeiten und zu reflektieren.
18.30 Ende des 1 . Fortbildungstags Bei Bedarf Besprechung von Materialen (Bücher, Videos, Spiele)
2. Seminartag
09.30 Prävention
- - Ideen für eine vorbeugende Erziehungshaltung entwickeln,
- - bewusst erkennen, wo und wie wir schon präventiv arbeiten,
- - und wie wir Erwachsene dazu motivieren können.
13.00 Mittagspause 14.30 Präventionsspiele und Übungen zu Themen wie:
- - "Ja und Nein sagen"
- - Gefühle ausdrücken (Angst, Ekel, Zorn, Freude, Lust)
- - Geheimnis
16.00 Pause 16.15 Auswertung und Platz für offengebliebene Fragen 17.30 Ende des Seminars Das obengenannte Seminarprogramm soll nur als Beispiel dienen. Das Seminar kann als eine ein- bis dreitägige Fortbildung angeboten werden und wird in Absprache mit den VeranstalterInnen abgestimmt. Berücksichtigt werden sollte: Informationsgrad der TeilnehmerInnen und deren Bedürfnisse (Gruppengröße und Zusammensetzung der Gruppe).
Die Tagespauschale für die Referentin beläuft sich auf 700,- DM, zuzüglich Fahrt, ggf. Übernachtung und Verpflegung.
Eintägige Fortbildungsangebote für Erzieherinnen:
- - Einführung in die Spiel- und Theaterpädagogik
- - Sexualerziehung im Kindergarten (Spiel und Sprache)
- - Früh übt sich... Suchtvorbeugung im Kindergarten
- - Weil ich ein Mädchen bin... Ein Indianer kennt keinen Schmerz.., Geschlechterrollen im Kindergarten
- - Das große und das kleine Nein - Prävention von sexueller Gewalt im Kindergarten
Die Fortbildungsseminare sind praktisch orientiert. Jede Seminareinheit beinhaltet sachliche Informationen und praktische Anregungen in Form von Spielen und Übun- gen, die ausprobiert und auf ihre Umsetzbarkeit hin reflektiert werden. Materialien und Fachbücher zum Thema werden vorgestellt.
Über Marika Röther
- Theaterpädagogin und Schauspielerin am Irrlichttheater Stuttgart
- Seit 12 Jahren als Referentin in der Erwachsenenbildung tätig
- Schwerpunkt ist die Erarbeitung von theaterpädagogischen Präventionskonzepten zum Thema Sexualerziehung, Sexuelle Gewalt, Sucht
- Freie Mitarbeiterin bei Kobra Stuttgart e.V.
- Leitung einer Theatergruppe für missbrauchte Mädchen
- Referentin bei Aktion Jugendschutz und dem Landesjugendring Baden-Württemberg e.V. Referentin von Seminaren für pädagogisch und therapeutisch arbeitendes Fachpersonal
- Leitung einer Theatergruppe in einer psychiatrischen psychotherapeutischen Klinik in Kooperation mit einer Krankenschwester und einem Oberarzt
- Durchführung von pädagogischen Tagen an Realschulen, Gymnasien und Fachschulen für Sozialpädagogik zu den Themen Sexualpädagogik und sexueller Missbrauch
- Fortbildungsveranstaltungen für Lehrer und Lehrerinnen in Zusammenarbeit mit dem Oberschulamt Stuttgart
- Unterricht in der Krankenpflege zum Thema Grenzen
- Dozentin an der Fachhochschule für Sozialwesen im Bereich Sexualpädagogik in Villingen-Schwenningen
- Mitinitiatorin des Projekts gegen sexuelle Gewalt vom Landesjugendring Ba.-Wü. e.V. in Zusammenarbeit mit Aktion Jugendschutz. 1993 und 1994 wurden insgesamt 12 dreitägige Fortbildungsseminare für pädagogische Fachkräfte durchgeführt, mit dem Ziel, ein umfangreiches Informations- und Weiterbildungsprogramm zu erarbeiten.
Eine Dokumentation des Projekts kann beim Landesjugendring Baden-Württemberg e.V., Alexanderstr. 9b, 70184 Stuttgart, Tel. 0711 16447-0 angefordert werden.